Die Rote Flut (1984)


 

Die Rote Flut

OT: Red Dawn
USA 1984
Regie: John Milius
Laufzeit: 109 min. (uncut)
Darsteller:  Patrick Swayze, C. Thomas Howell, Lea Thompson, Charlie Sheen, Darren Dalton, Jennifer Grey, Brad Savage, Doug Toby, Powers Boothe

Die rote Flut ist so einer der Titel aus den 80er Jahren der mich nachhaltig beeindruckt hat und das Suvival-Abenteuer Genre wie kein weiterer mehr in einem so herben propagandistischen Stil geprägt hat. Der Regisseur war kein geringerer als der legendäre John Milius, ohne den wir niemals wüssten das Colonel Kurtz aus Apocalypse Now den Geruch von Napalm am Morgen liebt. Der Waffenverfechter und konservative Milius schuf mit „Die  Rote Flut“ idealistische Vorzeigepropaganda ganz im Rahmen des anhaltenden Kalten Krieges mit erhobener Hand richtig Osten.

Dabei sollten definitiv zwei Gewinner hervorgehen und zwar keine geringeren als Patrick Swayze und Charlie Sheen auf die Hollywood durch den Film erst aufmerksam wurde und den Weg für den Erfolg der beiden pflasterte. Ach ja Jennifer Grey gibt es ja auch noch, die später mit Swayze in Dirty Dancing spielte! Quasi ein Karriere-Triple! Heute so überliefern es Interviews, ist allen Beteiligten der Film peinlich. Warum denn? Liegt wohl an der Hollywoodaroganz der Darsteller.

Die Grundstory ist so hanebüchen wie trotzdem auch potentiell möglich zu der Zeit. Die Schlechteste Weizenernte in der UdSSR seit 55 Jahren.In Deutschland sind die Grünen an der Regierung
und Kuba und Nicaragua erreichen eine Truppenstärke von einer halben Millionen... Die Nato löst sich auf...
Russische , nicaraguanische und kubanische Invasoren landen mit einem Blitzangriff in den USA. Hier in der beschaulichen US-Kleinstadt Calumet in Colorado, wo sich der Durchschnittsamerikaner zuhause fühlt. Die heile Welt des US-Bürgers wird von verdreckten kommunistischen Springerstiefeln den zertreten.

In den 80er Jahren spaltete damit der Film, als Kriegspropaganda die Gemüter und landete in der ungekürzten Fassung schnell auf dem Index für jugendgefährdende Schriften der FSK und stand bis folglich 2001 auf diesem. Für die nicht indizierte Fassung war der Film um Szenen mit einer Länge von insgesamt 12:20 Minuten auf 109 Minuten gekürzt. Die Proteste der Friedensaktivisten führten dazu, dass der Film schnell in den Kinos abgesetzt wurde. Hierzu auch der Originalartikel des Spiegels aus dem Jahre 1985: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13511080.html

Dabei kann man diese Aufregung nicht nachvollziehen, schließlich handelt es sich in Summe dann doch um ein fiktives Szenario mit Jugendlichen die in den Partisanenkrieg ohne jegliche Kriegserfahrung einziehen und unerwartete Erfolge feiern. Das man hiermit die Identifikation der damaligen Highschool Kids heraufbeschwören wollte, ist fragwürdig. Nicht fragwürdig ist allerding der Erfolg bei der 80er Jahre US-Jugend die den Film frenetisch feierte.

Dabei muss gesagt werden, dass es sich als jugendlicher Zuschauer wie ein großes Abenteuer anfühlt. Mit Vorräten und gut ausgestattet in die Berge flüchten und dann gezielt Nadelstiche gegen den Feind setzen. Wer findet dieses Szenario nicht spannend und aufregend? Der dritte Weltkrieg quasi als großes Jugendabenteuer aber dann doch mit Toten und Schwerverletzen, mit kaltblütig hingerichteten Familienmitgliedern und Sowjet Umerziehungspropaganda. Der Feind in unserem Vorgarten!

Das der Kommunismus als bedrohliches Geschwür heraufbeschworen wird, da macht „Die Rote Flut“ keinen Hehl draus. Doch warum sollte das nicht in Ordnung gehen? Schliesslich handelt es sich um einen amerikanische Film unter der Feder von einem konservativen Patrioten und seinem vielleicht sehr engstirnigen Blick auf den Kalten Krieg und der Paranoia der Regan-Regierung. Doch gerade dieser  Faktor macht „Die Rote Flut“ in Summe so spannend und aufregend. Mit der Angst im Nacken bastelte Milius quasi ein Trashmovie erster Güte mit gradliniger Storyline, dass trotz vieler Logiklöcher einem zu keiner Zeit vom Boden der Realität holt.  

Jed Eckert der Anführer der Wolverines (Highschoolmannschaft der Schule) führt seine pubertierenden Amateur-Partisanen mit Stärke in den Widerstand gegen den Kommunismus.

Schauspielerisch werden keine Glanzleistungen dargeboten dennoch nimmt man allen Protagonisten die Rollen ab. Der Blutzoll ist in Summe durchschnittlich und mit Gewaltszenen wird zwar nicht gegeizt, explizite Darstellung ist aber nicht vorhanden. Die Pyrotechniker leisten Schwerstarbeit und auch sonst wird viel Kriegsgerät vorgeführt, dass man tlw. schon Zweifel hat, dass es sich um ein B-Movie handelt.

Sehr gut gefallen hat uns auch das  Szenario der Kleinstadt in Colorado an den vermutlich angrenzenden Rocky Mountains in die sich die Kids zurückziehen. Die Landschaftsaufnahmen lassen die Weite der USA erkennen und auch die Möglichkeit sich zu verstecken!

Wertmutstropfen ist dann, das schnell kommende Ende mit der Stimme aus dem Off. Hier hätte man vielleicht einen etwas anderen Weg  gehen können als den sinnbildlichen Partisans Rock in den Fokus zu stellen und die US Fahne im Wind wehen zu lassen. Quasi die Demokratie in Stein gemeiselt und für die Ewigkeit konserviert. Wie war das noch mit der Propaganda? Hach, ich finde es herrlich! In Summe lässt sich aber festhalten, dass der Film sehr spannend inszeniert ist und blendend und äußerst kurzweilig mit viel Tempo und Action unterhält.

 „… In den Anfangstagen des 3. Weltkrieges schrieben Guerillas – zumeist Kinder – die Namen ihrer Gefallenen auf diesen Felsen. Sie kämpften hier allein und gaben ihre Leben, damit diese Nation nicht von der Erde getilgt wurde.“


Wertung:

US-Survival-Invasions-Actioner aus den 80er Jahren mit überholtem Weltbild der blendend und spannend unterhält - ein Kultfilm!

Qualität: 9 von 10 Punkte
Härte: 5 von 10 Punkten

 

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